DEU
ITA

Wunder Sonnenberg

Die Südhänge des Vinschgaus zwischen Naturns und Mals bieten ein charakteristisches Landschaftsbild, die so genannten LEITEN. So bezeichnet man den 500 bis 700 Meter breiten und etwa 40 Kilometer langen fast waldfreien Streifen.

Der Vinschgauer Sonnenberg ist ein uraltes Siedlungsgebiet, zahlreiche Funde und Ausgrabungen aus der jüngeren Stein- und Bronzezeit bestätigen ein Siedlungsalter von  mindestens 4.000 Jahren. Am Hangfuß des Sonnenberges verlief eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für die Römer, die Via Claudia Augusta.

Die ursprüngliche Waldlandschaft ist durch Rodung und übermäßige Beweidung verschwunden, dies hat durch die kontinentalen Klimabildungen und durch die flachgründigen Böden zu dem heutigen kargen Steppengrasgürtel geführt.

Die Leiten erscheinen nur auf den ersten Blick kahl und abweisend. Ihre ausgeprägte Steppenvegetation ist für den zentralalpinen Raum eine floristische Besonderheit und die pflanzliche Mannigfaltigkeit bietet einer ebenso großen Vielfalt an Kleintieren, besonders Insekten und Vögeln Lebensraum.

Die Bedeutung des Vinschgauer Steppenrasene liegt vor allem in den zentralasiatisch verbreiteten Arten. Viele der Pflanzen und Tiere kommen nämlich außer hier im Vinschgau erst wieder weiter östlich oder südlich vor.

Unsere Sonnenberg Tipps

Südtirol weist immer noch eine vielfältige Tagfalterfauna auf - auch wenn viele hierzulande beheimatete Schmetterlinge inzwischen als gefährdet gelten.

Trotzdem gilt Südtirol und hier vor allem der Vinschgauer Sonnenberg als Schmetterlingsparadies und wird von den Schmetterlingskundlern entsprechend häufig besucht. Von den weltweit 165.000 Schmetterlingsarten, den 10.000 in Europa und 6.000 in den Alpen nachgewiesenen  - gibt es 3.000 in Südtirol.

Die Schmetterlingsraupen sind eng an bestimmte Futterpflanzen gebunden. Der Sonnenberg hält mit seinen vielen Kleinbiotopen eine reiche Auswahl davon bereit, so dass die Raupen sehr vieler Arten hier ihre Futterpflanzen finden.

Unter den ausgemachten Faltern findet man: Segelfalter, Distelfalter, Admiral, Tagpfauenauge, Pappelschwärmer, Dukatenfalter, Totenkopfschwärmer, Schwalbenschwanz, Apollofalter (siehe Foto), usw.

Die überaus hohe Schmetterlingsdichte im Vinschgau ist auch Grund, warum die Europäische Vereinigung der Berufs- und Amateuerschmetterlingsforscher (Societas Europaea Lepidopterologia - S.E.L.) den Vinschgau als Forschungsstandort gewählt hat.

Der Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln im Obst- und Weinbau hat die Artenvielfalt im Talboden reduziert. Als ein besonderes Rückzugsgebiet gilt aber nach wie vor der schmetterlingsreiche Vinschgauer Sonnenberg mit der Steppenvegetation und den Bergmagerwiesen.

Für den am Sonneberg fotografierten Apollofalter dankt der Kortscherhof seinen Gästen Familie Schiller/Höxter.

Für Vogelkundler ist der Vinschgau und hier wiederum besonders der Vinschgauer Sonnenberg ein Paradies. Der Hobbyornithologe Peter Schiller/Höxter hat sich während der vergangenen Urlaube im Kortscherhof die Mühe gemacht und all jene Vögel aufgeschreiben, die er in und um Kortsch herum bestimmen konnte.

Besonders im Frühjahr war er von der Vielzahl der Vogelarten überrascht. Über 40 verschiedene Vögel konnte er allein um den Kortscherhof herum ausmachen. 100 sind nachgewiesen. Dabei lässt sich ein Bogen von A wie Amsel bis Z wie Zeisig spannen. Dazwischen liegen einige besondere Exemplare wie ein Wiedehopf, alle Spechtarten oder die Nachtschwalbe.

Als Besonderheit von internationaler Bedeutung gilt das Vorkommen von Ortolan, Goldammer, Zippammer, Steinhuhn, Steinrötel, Brachpieper und Sperbergrasmücke. Nennenswert sind weiters verschiedene Finken und Meisen, Drosseln, Stieglitz, Neuntöter, Nachtigall usw.

Der Kortscherhof bedankt sich bei Herrn Schiller/Höxter für die mühevolle und interessante Arbeit. Frau Margaretha Schiller und Herr Peter Schiller sind Autoren und Herausgeber des Buches "Natur entdecken, Natur schützen - Blumen und Kräuter rund um die Bosseborner Hochfläche". Huxaria Verlag, Höxter 2005,              ISBN 3-934802-24-9

Die Südhänge des Vinschgaus zwischen Naturns und Mals bieten ein charakteristisches Landschaftsbild, die so genannten LEITEN. So bezeichnet man den 500 bis 700 Meter breiten und etwa 40 Kilometer langen fast waldfreien Streifen.

Der Vinschgauer Sonnenberg ist ein uraltes Siedlungsgebiet, zahlreiche Funde und Ausgrabungen aus der jüngeren Stein- und Bronzezeit bestätigen ein Siedlungsalter von  mindestens 4.000 Jahren. Am Hangfuß des Sonnenberges verlief eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für die Römer, die Via Claudia Augusta.

Die ursprüngliche Waldlandschaft ist durch Rodung und übermäßige Beweidung verschwunden, dies hat durch die kontinentalen Klimabildungen und durch die flachgründigen Böden zu dem heutigen kargen Steppengrasgürtel geführt.

Die Leiten erscheinen nur auf den ersten Blick kahl und abweisend. Ihre ausgeprägte Steppenvegetation ist für den zentralalpinen Raum eine floristische Besonderheit und die pflanzliche Mannigfaltigkeit bietet einer ebenso großen Vielfalt an Kleintieren, besonders Insekten und Vögeln Lebensraum.

Die Bedeutung des Vinschgauer Steppenrasene liegt vor allem in den zentralasiatisch verbreiteten Arten. Viele der Pflanzen und Tiere kommen nämlich außer hier im Vinschgau erst wieder weiter östlich oder südlich vor.

 
...