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Unsere Vinschgau Geheimtipps

Hier haben wir Ihnen einige interessante Tipps zusammengestellt. Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken.

Unsere Geheimtipps

Geheimtipp 1:

Wenn Millionen von Apfelbäumen blühen, ist das ganze Tal von oben betrachtet eine einzige Wolke aus zartrosa Blüten. Besonders in der Abenddämmerung erfüllt ein intensiver, süßer Duft das ganze Tal. Sind die Nächte klar und kalt, wird in der Talsohle die Beregnung eingeschaltet. Das gefrierende Wasser bildet einen schützenden Panzer um die Blüte. Am Morgen zeigt sich der Vinschgau als Zauberwald aus vereisten Blüten.

Geheimtipp 2:

Ein Unikum in seiner Gesamtheit in den Landschaften Südtirols bildet der von Mals bis Naturns reichende Vinschgauer Sonnenberg. Seine herb-karge Schönheit mit dem ausgesprochen Steppencharakter an der steilen Sonnenseite hat ihn vor intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geschützt. Eine Wanderung entlang des Sonnenbergs lässt vor allem die Herzen von Botanikern, Ornithologen und Falterliebhabern höher schlagen.

Geheimtipp 3:

Lassen Sie sich auf ein Gespräch mit den Menschen im Vinschgau ein. Vielleicht können auch Sie die vielzitierte "Andersartigkeit des Vinschgaus und seiner Bewohner" wie es in der Literatur heißt, heraushören. Begründet soll sie in der jahrhundertealten Beeinflussung durch den rätoromanischen Kulturkreis sein. Denn bis ins 17. Jahrhundert wurde im oberen Vinschgau, so wie heute noch im anliegenden Graubünden, "Romantsch" gesprochen. Im Zuge der Gegenreformation wurde dann das Deutsche radikal durchgesetzt

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Der Marmorabbau im Tal hat eine über 150-jährige Tradition. Zunächst ließen sich die bayerischen Könige mit Marmorfindlingen beliefern. Für den ersten professionellen Bruchbetrieb war die Familie um den Bremer Künstler Carl Steinhäuser verantwortlich. Dessen Sohn Johannes leitete den ersten Bruch und die dazu gehörendene Werkstätte.

Später fanden vor allem die Habsburger - vor allem Kaiser Franz Josef und seine Gemahlin Elisabeth "Sissi" - Gefallen am Laaser Marmor. Beim Bau der Wiener Ringstraße wurde das edle Material großzügig eingesetzt. Bis zum 1. Weltkrieg fand der Vinschger Marmor vor allem in der Bildhauerei bei der Herstellung von Plastiken und Denkmälern Verwendung.

Der aufsehenergendste Auftrag für den Vinschger Marmor kam nach dem 2. Weltkrieg aus Amerika. Die US Amerikaner bestellten Tausende von Kreuzen und Davidssternen aus Laaser Marmor für ihre Soldatenfriedhöfe. Über die Marmorabfälle dieses Großauftrages kann man heute noch spaziern.

In Laas wurde mit diesem Material die Gehsteige gepflastert. Wer sich näher mit dem Vinschger Marmor befassen will, kann dies bei den wöchentlichen Marmorführungen in Laas oder selbst in einer wunderschönen Wanderung von Göflan aus zum Wantlbruch (Foto Hempel-Gubernator/Saarbrücken) auf über 2.000 Metern aufsteigen. Man wird nicht nur mit einem herrlichen Panoramablick entschädigt, sondern kann auch einen Blick in die "Kathedralen" des Marmorabbaus werfen.

Dem Vinschgau kommt schon seit Urzeiten eine wirchtige Beduetung als Durchzugsland zu. Davon zeugen viele archäologische Funde aus vorchristlicher Zeit - die raetische bronze- und eisenzeitliche Siedlung am Ganglegg/Schluderns, Ötzi - der Mann aus dem Eis im Schnalstal und der Latscher Menhir - datiert um Ötzis Tod - mit dem Motiv der Tötung eines Menschen mit Pfeil und Bogen.

Auch die Vielfalt der kunsthistorisch wertvollen Bauten beweist, dass der Vinschgau immer ein strategisch gut gelegenes Gebiet war. Unzählige Kirchen, Kapellen und Klöster aus dem Frühmittelalter und der Romanik (St. Benedikt mit den karolingischen Fresken in Mals, das berühmte St. Prokuluskirchlein in Naturns oder die einmalige Krypta im Benediktinerkloster Marienberg) sowie Burgen und Schlösser aus dem Mittelalter.

Wie Perlen aneinander gereiht, säumen sie die ehemalige Via Claudia Augusta, welche als eine der Hauptstraßen des römischen Imperiums von Aquilea an der Adria bis nach Augsburg führte.

Auch auf musealem Gebiet hat der Vinschgau viel zu bieten. Angeführt seien hier nur Reinhold Messners Mountainmuseum in Sulden oder seine Tibetikasammlung auf Schloss Juval - siehe Bild oben - der Kortscherhof dankt Familie Klein/Esslingen für die Bereitstellung des Fotomaterials - sowie die mittelalterliche Rüstkammer auf der Churburg, der Archeoparc im Schnalstal oder das Vintschger Museum in Schluderns.
Seit kurzer Zeit sind auch die Nationalparkhäuser "culturamartell", wo es um das bäuerliche Leben und die Kulturlanschaft des Martelltales, "naturatrafoi", wo es um die Geologie des Ortlermassivs und das Überleben von Pflanzen und Tieren unter extremen klimatischen Bedingungen im Hochgebirge und zuletzt "aquaprad", wo es um die einheimische Fischfauna - mehrere Auquarien - geht

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